Schloß Melkof 2003
Wappen

Schloß Melkof

Das Gesundheitsschloß im Urstromtal der Elbe
Griese Gegend - Natur pur

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Gebäudeinneres:
Wie bei solchen Häusern üblich diente das Souterain den Wirtschaftzwecken. Die darüber liegende Etage und auch das 2. Obergeschoss dienten den Herrschaften und das Dachgeschoss der Dienerschaft.
Das großzügig hinter dem Wappensaal gelegene Treppenhaus stellt die Haupterschließung des Schlosses nach dem Umbau 1888 dar.
Der mit einem kleinen Vorflur versehene Eingang führt zuerst in einen halbgeschossig unterhalb des eigentlichen Erdgeschosses liegenden Vorraum, dessen hohe Decken als Holz- Kreuzgewölbe ausgestaltet sind.
Wenn der Besucher in das Gebäude hineinkommt, hat er durch den halbgeschossig nach unten führenden Vorplatz das Gefühl eines dreigeschossigen Hallenaufbaus. Vom Vorplatz führt eine Steintreppe in das tatsächliche Erdgeschoss. Hier geht die große breite und geschwungene Holztreppe ab, die auf halber Höhe mit einem Podest versehen ist. Die gesamte Treppe befindet sich noch im originalen Erhaltungszustand. Die einzelnen Treppenpfosten sind in einer identischen Machart mit einer aufgesetzten kunstvoll gedrechselten Holzkugel, wie sie auch an der der Haupttreppe des großherzöglichen Jagdschlosses in Gelbensande zu finden sind.
Die Wände der Eingangshalle sind auf allen Ebenen mit reich verzierten Holzpaneelen versehen.
Von der Haupthalle gelang man in den großen Wappensaal des Schlosses.
Einmalig für die gesamte Region ist der auf Schloss Melkof fast im Original erhaltene im linken Flügelbau über mehr als 2 Etagen führende Wappensaal mit einer aus dem 2. OG zu begehenden breiten Empore, die wahrscheinlich der Unterbringung von Musikern bei Festveranstaltungen gedient hat.
Der Saal ist mit sehr reich verzierten Holzpaneelen und Holzeinbauten im Neorenaissancestil ausgestattet. An den jeweiligen linken und rechten Ecken befinden sich hochwertige geschnitzte und mit Giebelaufsätzen versehen Holzeinbauten.
An der Stirnseite des Saales erhebt sich ebenfalls über zwei Etagen das dreigliedrig gestaltene noch im Originalzustand erhaltene über fast die gesamte Saalbreite führende mit den Wappen der jeweiligen Eigentümerfamilie versehene bleiverglaste Fenster.
In der Mitte des Fensters sind die Wappen der Familien von der Deeken, Grafen von Kanitz (Allianzwappen) und darüber die Wappen der Familien von der Deeken und von Kleist (Allianzwappen) zu erkennen.
Die Decke ist als Holztonnengewölbedecke ausgestaltet und an den Längsseiten voulutenartig ausgebildet. Der Boden ist mit Parkett belegt.

Ebenfalls von der Eingangshalle gelangt man in einen Zwischenflur, von dem aus das ebenfalls über zwei Etagen führende Kaminzimmer abgeht.
Detailformen des Kaminzimmers auf Schloss Melkof gleichen sowohl dem großherzoglichen Jagdschloss in Gelbensande als auch der ebenfalls in dieser Zeit erbauten Villa Möckel in Bad Doberan. Das Kaminzimmer wird stirnseitig von einem drei mal drei Meter großen Kamin mit doppeltem Kaminsims beherrscht. Links und rechts des Kamins sind kleinere Nischen angebracht. Bei einer Nische ist im oberen Bereich die original Wandbemalung in grüner Farbe mit dunkelgrünen Absetzungen vorhanden.
Die Decke des Saales ist durch 5 reichlich verzierte Holzbögen gekennzeichnet, die sich über die gesamte Breite des Saales spannen und die jeweils auf ebenfalls reichlich verzierten und längsseitig als auch querseitig verbundenen Holzsockeln ruhen.
Der Saal verfügt über einen oberen Lichtgaden mit Rundfenstern, die ehemals wahrscheinlich mit einer reichhaltigen Bleiverglasung versehen gewesen sind.
Auf der linken Saalseite sind bei den Renovierungsarbeiten zwei eng aneinander liegende gemauerte und bemalte Säulen zu Tage getreten. Oberhalb der Säulen befinden sich ebenfalls gemauerte und bemalte Rundbögen.

Vom Kaminzimmer gelangt man in den mit einem Austritt zur parkseitig gelegenen Terrasse versehenen Gartensaal.
Gegenüber dem Gartensaal befindet sich das ehemalige Vestibül, welches die Mitte des Hauses darstellt und den ehemaligen Haupteingang des klassizistischen Vorgängerbaus beherbergte. Das ehemalige Vestibül ist mit einer Holzkassettendecke versehen, die ebenfalls noch entstehungsgeschichtlich ist und von der jetzigen Eigentümerin bereits vollständig restauriert wurde.

Im Inneren sind noch Teile des klassizistischen Vorgängerbaus erkennbar. So stammt das Tafelparkett des Vestibüls noch von dem ca. 1790 erbauten Vorgängerbau.
Mittig ist in diesem Raum auch der Austritt durch vier mit floralem Muster versehene hintereinander angeordnete Flügeltüren erhalten geblieben.
Von dort gelangt man auf einen kleineren Podest, der ehemals mit kleineren Freitreppen versehen war, die direkt in den Rosengarten führten.

Insgesamt stellt Schloss Melkof ein herausragendes Zeitzeugnis sowohl unter künstlerischen als auch unter kulturhistorischen Aspekten für Mecklenburg-Vorpommern dar und hat damit auch überregionale Bedeutung für das Land.





Technische Gestaltung: Michael Giebel EDV Webdesign: Carmen Walkenhorst Impressum