Schloß Melkof 2003
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Schloß Melkof

Das Gesundheitsschloß im Urstromtal der Elbe
Griese Gegend - Natur pur

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Beschreibung des Baukörpers
Bei dem Schloss handelt es sich um ein über einem Souterrain errichteten zweigeschossigen 18-achsigen Baukörper auf einem H-förmigen Grundriss. Es ist ein massiver Bau mit einem hartgebrannten Backstein, der mit einem Satteldach abschließt, dass mit einer blauschwarz engobierten 5-rilligen sächsischen Bieberschwanzdeckung versehen ist. Die engobierten Ziegel sollen dabei den Anschein eines Schieferdaches erzeugen. Erstmalig wurden 1885 Engoben industriell hergestellt, so dass Schloss Melkof als eines der ersten Gebäude in Norddeutschland gelten dürfte, bei dem diese damals neue und moderne Technik angewandt wurde. In der Folgezeit hatte der Baumeister diese Technik dann auch im Ständehaus in Rostock verwandt. Schloss Melkof diente insoweit ebenfalls als Vorlage.

Die straßenseitig ausgerichtete Fassade zeigt einen lang gestreckten Baukörper mit zwei Seitenflügel unterschiedlicher Breite und Tiefe und einem kurzen Mittelrisalit. Die Seitenflügel schließen jeweils mit einem Giebel ab.
Die ehemals vorgezogenen mit etlichen Verzierungen und bleiverglasten Fenster versehenen historischen Zwerchhäuser wurden in den 60er Jahren durch unfachmännische DDRHechtgauben ersetzt. Diese ziehen sich über die gesamte Breite des Mittelschiffes (kein Denkmalwert). Geplant ist, die mit einer DDR-Deckung versehene Hechtgaube zu entfernen und die Zwerchgauben wieder an ihrer ursprünglichen Stelle zu errichten.

Das Mittelschiff ist mit eingerahmten Putzfeldern versehen. Die Putzfelder wurden in einem dem roten Klinkerbackstein farblich abgestuften Ton aufgetragen und mittels eines speziellen Werkzeuges als eine Art grober Rauputz verarbeitet.
In der Gebäudemitte befindet sich anlehnend an den ehemaligen historischen klassizistischen Vorgängerbau ein separater Eingangsbereich mit einer reich verzierten schweren Holzdoppeltür. Die geflügelte Doppeltür ist mit einem halbrunden geteilten Oberlicht versehen. Sie wird durch eine doppelte Rundbogenvorlage auf seitlich rahmenden Pilastern und einem Giebelabschluss hervorgehoben.
Vor der Tür ist nur noch das Podest vorhanden. Die beiden vermutlich geschwungenen nach unten führenden Seitentreppen fehlen.
Die durch die Gesimse in der Horizontalen geschmückte Fassade wird in dem Mittelteil durch regelmäßig angeordnete Fensteröffnungen gegliedert, die segmentbogenartig abschließen. Eine Reihe von Fenstern sind nicht mehr entstehungsgeschichtlich. Unterhalb der Erdgeschossfenster befinden sich Lüftungsöffnungen, die mit einer verzierten Eisenrahmung versehen sind.
An dem linken Flügelteil ist ein Anbau mit einem Pultdach angesetzt. Das Mauerwerk zeigt im vorderen Teil Abbruchspuren. Hier befand sich ehemals der offene loggienartige mit Segmentbögen versehene und von 5 Säulen getragene Laubengang. Von diesem Laubengang führte seitlich eine Treppe in den ehemaligen Rosengarten (nicht mehr vorhanden). Das Dach des Laubengangs ruhte auf in der Wand eingelassenen Sockeln auf Darstellung Schloss Melkof Seite 6 10.07.2006 der einen Seite und den Backsteinsäulen auf der anderen Seite. Über dem Laubengang befand sich die von kleinen Säulen umrandete ebenfalls überdachte Terrasse.

Die Giebelseite des linken Seitenschiffes wird durch eine Dreifenstergruppe mit Rundbogenabschluss in einer Rundbogenblende charakterisiert, welche wiederum durch Wandvorlagen, die in den Giebelbereich hineinragen, gerahmt werden. Der Giebel ist durch Linsen und verkröpfte Gesimse reich gegliedert. Der ehemals geschweifte Abschluss fehlt.

Der Flügelbau des rechten Seitenschiffes ist breiter ausgebildet. Die Mittelachse ist risalitartig hervorgezogen. Sie schloss ursprünglich oberhalb der unteren Fensterreihe des Giebels mit einem weit vorgezogenen Walmdach ab. Auch hier ist zu DDR-Zeiten der geschweifte gestufte Giebel mit einem geraden Abschluss versehen worden. Links von dem rechten Flügelbau und von diesem durch eine Fensterreihe getrennt, befand sich oberhalb der anschließenden 2 Achsen ursprünglich ein Zwerchhaus mit drei rundbogig abschließenden kleinen Fenstern. Über dem mittleren Fenster befand sich ein ca. 50 cm im Durchmesser messendes rundes Fenster, das mit Bleiverglasung verziert war. Die geschwungenen dreigliedrigen Seitenteile des Zwerchhauses wurden jeweils durch einen runden ballonartigen Schmuckbaluster links und rechts sowie oberhalb bekrönt. Diese Zwerchhäuser wurden abgetragen und in die Hechtgaube mit einbezogen.

Die parkseitige Fassade ist in der Grundstruktur mit dem Mittelteil und den unterschiedlich berahmten Flügeln ähnlich gestaltet. Auch hier nimmt die DDR-zeitliche Hechtgaube fast die gesamte Front ein und es ist eine Vereinfachung der geschweiften und gestuften Giebel festzustellen. Im Dach befanden sich analog zur Vorderseite drei etwas kleinere Zwerchhäuser mit jeweils 2 nach oben rundbogig abschließenden Fenstern, die ebenfalls geschweifte und abgestufte Seitenteile aufwiesen. Wie sämtliche Vorsprünge des Schlosses waren auch diese Zwerchhäuser mit roter Keramik bzw. von Balustern in Kugelform verziert.
Von den 10 Achsen des Mittelbaus sind die Achsen 2 - 7 im Erdgeschoss vorgezogen und im 2. Geschoss mit einem ca. 1,20 m breiten Balkonaustritt versehen, der mit einer gemauerten Brüstung aus unterschiedlichen harmonisch sich ergänzenden Formsteinbalustern versehen ist. Insgesamt schmücken 11 Kugelbaluster den Balkon, wie sie auch im gesamten Haus vorkommen. Links und Rechts wird der Balkonvorsprung von einem angedeuteten Pilaster eingerahmt, der in einer großen Halbrosette endet. Das über der Brüstung angebrachte reichhaltige Geländer ist noch entstehungszeitlich.
Mittig unter dem Balkon im Erdgeschoss befindet sich die ebenfalls entstehungszeitliche Terrasse mit seitlich geschwungen links und rechts nach unten führenden Treppen. Das Treppengeländer ist kunstvoll mit floralen Motiven geschmiedet.
Die äußere Achse zum Flügelbau hin ist mit einem etwas niedrigeren Anbau versehen, der unterhalb der Traufe mit einem pagodenartigen Walmdach versehen ist.
Im Obergeschoss des Mittelteiles variiert die Fenstergestaltung der äußeren drei Achsen. Hier befinden sich drei entstehungszeitliche Rundfenster, die von einer zweigeteilten Blende überfangen werden. Hinter diesen – ehemals vermutlich mit einer Bleiverglasung versehen - Fenstern befindet sich das im Inneren über 2 Etagen führende prachtvolle Kaminzimmer bzw. die Bibliothek. An der Parkseite sind im Gegensatz zur Straßenseite noch einige Fenster original erhalten, wobei einige Fenster sogar noch auf den Vorgängerbau von 1790 zurückgehen. Die Formen der Fenster im Mittelteil wurden durch Möckel in den neuen Baukörper integriert und nur an den beiden Seitenschiffen wurden die großen mit einem Segmentbogen abschließenden neuen Fenster verwandt.
Der linke Flügelbau erfährt durch die halbrund ausgebildete Öffnung der Loggia mit der vorgelagerten Treppe und der Eckausbildung mit einer Säule eine besondere Betonung.
Die nordwestlich zum Park ausgerichtete Schmalseite wird charakterisiert durch das Nebeneinander von schmalen zu Dreiergruppen zusammengefassten Fenstergruppen und die zweigeschossige Loggia im rechten Teil. Ein mittig gelegenes dreigeteiltes Fenster im Obergeschoss mit einem darüber gelegenen Zwerchhaus bildet gestalterisch den Übergang. Das Zwerchhaus ist nicht mehr ursprünglich vorhanden sondern wie auch das Zwerchhaus der südwestlich gelegenen Schmalseite begradigt worden. Der geschweifte Giebel wurde abgenommen und durch ein Walmdach ersetzt.

Die südwestlich gelegene Schmalseite ist differenziert gestaltet. Hier wird die leicht versetzte dreiachsige Mitte leicht vorgezogen und hat zu Dreiergruppen angeordnete, rundbogig abschließende Fenster und einen Giebelabschluss.
Die Fenster sind noch original von 1888 erhalten und auch die darin befindliche originale Bleiverglasung ist noch in Teilen zu sehen.
Der ehemals geschweifte Giebel hat auch hier eine Vereinfachung erfahren.

Links befindet sich der mit einem Holzdach versehene Eingangsbereich. Bei der Art und Weise der Anordnung des Holzdaches und auch der gesamten äußerlichen Eingangssituation kommt der ins russische spielende Eingangsbereich des Jagdschlosses Gelbensande durch. Wie in Gelbensande hat der Baumeister Möckel auch hier russische Stilelemente mit einfließen lassen.
Die schwere doppelflüglige Eichentür mit gläsernem - vermutlich ebenfalls ehemalig bleiverglastem - Oberlicht ist auch entstehungszeitlich.





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